HAUT, 1998

Installation, 10 x 5 x 3 m, Turbinen, Projektionsflächen, Videobeamer, Florian Pelka, Wilken Skurk

Der Besucher betritt zwischen den 10m langen Projektionswänden die überdimensionierte Nachbildung des zwischenmenschlichen Raums. Vier Turbinen an der Frontseite erzeugen einen spürbaren Wind, der auch die Leinwände in leichte Schwingungen versetzt. Die Videoprojektionen lassen in wechselnder Folge Personen miteinander interagieren, die wiederum unter massiver Einwirkung von Luft gefilmt wurden. Dieses Medium der menschlichen Kommunikation verfremdet die Körperausschnitte. Als unsichtbares Material der Installation treibt es die gezeigten Hautpartien in ein absurdes Eigenleben. Jede ansetzende Mitteilung in den Gesichtern wird im Ton der Videos aus Klängen, Geräuschen und Stimmen konterkariert. Die Haut gerät im Slow-Motion ihres zuweilen grotesken Faltenwurfs zum Symbol für Gewinn und Verlust menschlicher Kommunikation.

signal, 2002

Video, Ton (12 min), Florian Pelka, Sylvia Steinhäuser, Jeff McGrory

Der Film thematisiert die Macht der Zeichen. Die Bilder von Flughafenschaltern, Bahnhofshallen und Servicebereichen mit übergroßen Anzeigetafeln und wegweisenden Piktogrammen sind allerdings ihrer orts- und zeitgebundenen Funktion beraubt. Stattdessen bieten sich dem Betrachter des Videos eingesetzte, abstrakte Symbole dar. Sie legen gerade in ihrer Disfunktion dar, wie die Embleme und Icons die Bewegungsrichtung und das Verhalten bestimmen. Das teils gelangweilte, teils zielgerichtetere Schweifen der Passanten gehört noch zu den natürlicher wirkenden Verhaltensweisen, etwa in der Art einer Tierherde auf einer Lichtung. Die Passagen mit unbeachteten und offensichtlich völlig sinnlos angebrachten Symbolen haben eine bedrückende, suggestive und geisterhafte Stimmung. Die Videoarbeit ist eine reduzierte, ironische Paraphrase der Informations- und Kommunikationstechnologie.